Mit einer modernen Bewerbung punkten: wir haben sechs Tipps

Matthias Petri 12. Februar 2018

Seitdem unser offizieller Firmensitz von Viereck nach Waren (Müritz) verlegt wurde, prasseln alle paar Wochen Initiativbewerbungen bei uns ein. Das ist auch die Initialzündung gewesen, warum wir selbst ein Paket mit modernen Bewerbungsvorlagen gestaltet haben. Uns ist aufgefallen, dass selbst Leute „vom Fach“ so ihre Schwierigkeiten haben, sich richtig zu verkaufen. Agenturchefs werden sich denken, wenn sich Bewerber nicht mal selbst überzeugend verkaufen können, wie sollen sie dann die Ziele von Kunden erfüllen können? Aus diesem Grund haben wir ein paar Tipps für alle, die sich im Kreativbereich bewerben. Selbstverständlich gelten diese auch für andere Branchen, in denen es darum geht, von sich den bestmöglichen Ersteindruck bereits mit der Bewerbung zu hinterlassen. Mit einer modernen Bewerbung punkten: wir haben sechs Tipps:

Tipp 1: Informiere dich, wie eine normierte Bewerbung auszusehen hat

Im Internet gibt es dazu Seiten wie Sand am Meer. Als eine Empfehlung möchte ich die karrierebibel.de benennen.

Tipp 2: Brich aus

Klingt seltsam, aber der erste Tipp schafft die Grundlagen, um zu wissen, in welche Richtungen ein Ausbrechen vom normierten Bewerbungsdesign überhaupt möglich ist. Denn auf karrierebibel.de und Co. finden sich genug Hinweise, was No-Gos im Bewerbungsprozess sind. Das sind die Leitplanken. Das Problem ist einfach nur, wenn man es dabei belässt, hat jede Bewerbung etwas Uniformartiges. Es fehlen die persönlichen Orden an Brust und Revers, die einen auszeichnen und von der Masse abheben. Jeder Personaler kennte diese uniformen Bewerbungen. Da sticht keine positiv ins Auge, da bleibt nichts in Erinnerung. Das meine ich mit Ausbrechen. Während das Beherzigen der Tipps auf den Karriereseiten einfach Pflicht ist, ist die Individualisierung die Kür. Wie lässt sich nun ein Bewerbungsdesign individualisieren? Mit unseren Vorlagen geben wir bereits Beispiele: ein angenehmes vollfarbiges Deckblatt, ein modernes Grundlayout, das auch mal von der DIN 5008 abweichen darf, der Einsatz von Icons etc. Das Design muss dennoch dezent bleiben und allein den optisch ansprechenden Rahmen bilden – aber nicht selbst zum„Werk“ werden. Optimalerweise sollte jeder auch mit Arbeitsproben in der Kreativbranche Akzente setzen. Und an diesem Punkt hapert es bei den meisten. Einerseits sehe ich viele Beispiele, die Mediengestalter in ihren Berufsschulen erarbeitet haben – immer die gleichen Motive! Andererseits haben sich Bewerber anscheinend keinen Plan gemacht, womit eine Agentur ihr Geld verdient und was am Markt gefragt ist.

Tipp 3: Setze deine Arbeitsproben bewusst ein

Die Arbeitsproben würde ich immer so aufteilen: Zur Hälfte würde ich den bevorzugten Designstil der Agentur, bei der ich mich bewerbe, aufnehmen und darauf auch die Art der Arbeitsproben ausrichten. Schaut her, was ihr macht, kann ich auch. Ich passe prima in euer Team und zu euren Kundenprojekten! Die andere Hälfte darf individuelle Stärken hervorheben. Also beispielsweise bei einer printfokussierten Agentur auch mal 3D-Arbeiten oder Intros/Trailer etc. Ich erweitere eure Leistungen mit meinen Kompetenzen!

Ich würde auch nicht zu viele Arbeitsproben reinpacken. Auf keinen Fall mehr als sechs Seiten. Lieber zu jeder Arbeitsprobenkategorie (Flyer, Websites, Trailer …) noch einen Link zum Portfolio mit weiteren Arbeitsproben. Und wer bisher keine wirklich guten Arbeitsproben hat? Der erstellt sie halt. Man darf nicht darauf warten, dass sich erst im Kundeneinsatz das Portfolio füllt. Statt Kundenprojekten kommen dann Concept Designs in die Arbeitsproben. Unser Dennis hatte seinerzeit auch einige Concept Designs in seinem Portfolio. Das war für uns absolut in Ordnung. Und das Schöne an Concept Designs ist auch, dass Kunden einem nicht reinreden und jeder sein Designverständnis vollends ausleben kann. Welche Arbeitsproben würde ich weglassen? Alle, die einen bereits antiquierten Designtrend beinhalten. Auch politische Arbeitsproben würde ich tendenziell eher rauslassen.

Tipp Nummer 4: Beachte die Schriftarten

Bewerbungen mit der Arial gehen einfach nicht. Auch habe ich in einer Bewerbung an uns einen klassischen Army-Font gesehen. Passt einfach nicht den Kontext! Eine Schriftart, die sich für Überschriften sehr gut macht (z. B. Bebas Neue), eignet sich deswegen aber nicht gleich als Fließtextschriftart! Wähle eine schöne Schriftart und dazu ggf. noch eine Akzentschriftart für die Headings, dann bist du auf der richtigen Seite. Was ist nun eine schöne Schriftart in einer Bewerbung? Wenn du jetzt selbst nicht sofort mind. 4 Schriftarten aus der Hüfte geschossen aufsagen kannst, vertraue dem Gefühl anderer Designer, was aktuell ist und immer schon „hot!“ war bei den Serifen- und serifenlosen Schriften. Hilfe bietet dir: www.100besteschriften.de oder www.fontsquirrel.com/fonts/list/hot

Noch ein Tipp für das Anschreiben: Oft ist auch der Zeilenabstand zu gering. Die Lesbarkeit leidet.

Tipp Nummer 5: Richte dir ein Online-Portfolio ein

Perfekt ist es natürlich, wenn du mit einer individuellen Portfolio-Seite auf einer eigenen Domain glänzen kannst. Einige werden jetzt sicher sagen, dass sie als Gestalter nur mit den Kreativprogrammen unterwegs sind und sie HTML, CSS oder JavaScript so gut beherrschen wie Chinesisch, nämlich gar nicht. Das ist auch nicht unbedingt das Problem. Ein Tumblr-Portfolio ist auch für Nicht-Entwickler keine wirkliche Hürde. Alternativ richte dir ein Portfolio bei behance.net oder dribbble.com ein. Wichtig ist, dass du den Eindruck vermittelst, moderne Dienste ganz selbstverständlich in deine Arbeit einzubeziehen, und ansonsten auch mit deinen weiteren Arbeiten, die nicht in der Bewerbung sind, einen sauberen Eindruck hinterlässt. Diese Chance würde ich mir nicht entgehen lassen!

Tipp Nummer 6: E-Mailadresse, korrekte Unternehmensnennung, Ansprechpartner und Co.

Wenn du Links in deiner PDF-Bewerbung angibst, stelle sicher, dass sie auch funktionieren. Klingt jetzt albern, habe ich aber erlebt. Mit Copy & Paste hat der Link funktioniert, mit dem reinen Klick leider nicht. Aber Copy & Paste macht niemand, wenn der Mauszeiger einen Hyperlink anzeigt und dann mit Klick eine 404-Seite aufspringt.

Die korrekte Rechtschreibung und Grammatik sollte eine Selbstverständlichkeit sein, gelegentlich wird dann aber die Firmenadresse falsch geschrieben oder der Ansprechpartner. Generell machen sich Ansprechpartner immer besser als einfach nur die üblichen geehrten Damen und Herren. Oft ist auch die Bewerbung fehlerfrei, aber das textliche Ansprechen via E-Mail fehlerbehaftet, also unkorrigiert.

Deine Scans von Zeugnissen müssen in jedem Fall gerade sein. Also begradige bitte die Anhänge. Oft sehe ich auch leichte Grauabstufungen auf den Scans. Das würde ich immer digital korrigieren.

Als E-Mailadresse wähle am besten eine Namensform wie etwa vorname.name@dein-mailanbieter.com. Wähle auch einen Anbieter, der nicht automatisiert eine Werbe-Signatur in deinen E-Mailtext packt. Da wären wir wieder bei deiner eigenen Website. Optimal wirken nämlich die E-Mails mit deinem Websitenamen in der Mailingadresse.

Wer sich für unsere Bewerbungsvorlagen interessiert, findet in unserem Shop zwei Pakete mit unterschiedlichen Designvorlagen. Sie eignen sich nicht nur für die Kreativbranche, sondern auch für zahlreiche andere Branchen. Schaut sie euch einfach einmal an:

Moderne Bewerbungsdesigns zum Download

Das waren jetzt einige Tipps. Wollt ihr euch verändern, dann hoffe ich, dass ich mit den paar Anmerkungen ein wenig helfen konnte und sich eure Chancen für die Einladung zum Vorstellungsgespräch erhöhen.

 

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