Suchmaschinenoptimierung bei Unternehmens-Websites: ein Erfolgsbericht

Matthias Petri 26. Juli 2018

Wir haben unserer Agenturseite einer intensiven Suchmaschinenoptimierung mit Fokus auf OnPage (also alles, was direkt auf der Website unternommen werden kann) unterzogen und konnten unseren Score von 66 auf 99 verbessern – bemessen nach dem Check des von uns eingesetzten SEO-Tools aus dem Hause Seobility. Zwei Wochen Arbeit, 33 Prozentpunkte mehr und vor allem wichtige Learnings, die wir dabei gemacht haben und in unsere neuen Projekte als Workflowbestandteil einfließen lassen wollen … hier erzählen wir von den SEO-Maßnahmen für unsere Unternehmens-Websites. Aber alles der Reihe nach: wie kam es dazu, was war der Anlass?

SEO-Maßnahmen für Corporate Websites

Seit Ende März laufen bei uns intensive Arbeiten rund um Suchmaschinenoptimierung für unseren Shop. Dazu haben wir hier einen Erfolgsbericht veröffentlicht, der einen detaillierten Einblick in unsere SEO-Arbeiten gibt – siehe Link im vorigen Satz. Während der Shop mit seinen über 500 Produkten und gut und gern 50 Kategorieseiten und Themenwelten ganz klare E-Commerce-Ziele verfolgt, verhält es sich bei unserer Agenturseite etwas anders. Hier geht es ausschließlich darum, über Google gefunden zu werden und den Besucher von uns als Agentur zu überzeugen oder als künftiger Arbeitgeber attraktiv zu wirken. Wobei es kaufmännisch gesehen bisher nicht notwendig war, dass unsere Agenturseite mit Suchbegriffen zu unseren Kompetenzen zwingend oben stehen musste. Das Gros unserer Projektanfragen generieren wir in der Tat über die Empfehlung bisheriger Kunden, also ohne aktive Akquise durch Mundpropaganda aus dem Netzwerk.

Eine Shopsoftware ist äußerst komplex – und die OnPage-Optimierung gestaltet sich dadurch etwas langwieriger. Jens Hammerschmidt und Stefan Riedl aus meinem Team übernahmen die inhaltlichen Anpassungen, flankiert von Stefan Petri, der hin und wieder für technische Änderungen in der Programmierung hinzugezogen wurden. Im Ergebnis stecken gut und gern volle drei Monate Arbeit in der Suchmaschinenoptimierung unseres Online-Shops. Die ersten Erfolge sind bereits spürbar: Trotz sommerlichen Temperaturen seit April und Rekordhitzeperioden bis heute sowie die für unser Geschäft eher ungünstigen Wochen der WM verzeichnen wir keinen Besuchereinbruch. Viel eher ist unsere Shop-Sichtbarkeit auf Google um mehr als 50 Prozent laut Google Search Console gestiegen. Normalerweise ist die Ferienzeit unsere Saure-Gurken-Zeit. Die Leute sind lieber im Urlaub oder am Baggersee als vor dem Rechner. Verständlich. Aktuell stimmen die Zahlen im Shop. Ich bin überzeugt, der Grund liegt nicht nur in den sehr guten Produkten, die wir anbieten, sondern in der erhöhten Auffindbarkeit dank der Suchmaschinenoptimierung der vergangenen Monate. Hoher Personal- und Zeiteinsatz seit Ende März, ja, aber im Ergebnis ein fiskalischer Hebel, der jegliche Investition rechtfertigt und mittelfristig amortisiert.

Das Crawling über Seobility war für uns wie ein Stresstest, bei dem die technische Basis im Kontext mit den redaktionellen Inhalten nach OnPage-Kriterien geprüft wurden. Die 66 Prozent als Ergebnis passten nicht wirklich zu unserem Selbstverständnis. Ein wichtiger Lernprozess setzte ein.

 

Aus diesem Interesse heraus, denn ich habe bei jedem Prozentsprung nach jedem anstoßenen Crawling ordentlich mitgefiebert, legte ich parallel zu unserer Shop-Optimierung auch unsere Agentur-Website als Projekt bei Seobility, die von uns eingesetzten SEO-Software, an und ließ 4eck-media.de am 12. Juli erstmalig vollständig auf alle Seiten crawlen. Fazit: 66 Prozent von 100 in der Gesamtwertung. Aufgeschlüsselt nach den Kategorien waren es:

  • 71 Prozent für Technik & Meta
  • 53 Prozent für Struktur
  • 74 Prozent für Inhalt

Im Selbstverständnis einer erfolgreichen Agentur kann ich nur sagen: Da haben wir uns schon mal besser amüsiert. Ja, es tut sogar ein bisschen weh.

In den letzten zwei Wochen habe ich die Inhaltsanpassungen bei der Suchmaschinenoptimierung für unsere Agenturseite selbst vorgenommen. Ein Entwickler hat zusammengefasst zwei Tage notwendige Anpassungen technischer Art umgesetzt. Das Meiste war demnach Fleißarbeit inhaltlicher Art – und zum Teil vollzog sich diese nur in der Meta-Ebene. Nach insgesamt 76 Crawlings ist unser aktuelles Ergebnis für uns ein besseres: 99 Prozent Technik & Meta, 100 Prozent Struktur und 97 Prozent Inhalt.

Seobility Score 4eck Media

Den Inhaltswert würden wir durchaus noch auf 100 Prozent hoch bekommen. Doch das wäre am Ende nur reine Kosmetik für den SEO-Score, weil es wenig Sinn ergibt, zum Beispiel eine bestimmte Mindestanzahl von 500 Wörtern bei alten Blogbeiträgen durchzupeitschen, was die SEO-Software empfiehlt. Diese Beiträge, die ich damit meine, müssen nicht unbedingt über Google Leute anlocken, da sie mehr der Unterhaltung als der Information oder dem Vertrieb dienen.

Wie sind wir vorgegangen bei der Suchmaschinenoptimierung?

In der Vergangenheit hatten wir schon mit kommerziellen SEO-Tools gearbeitet. Darunter Smart Sistrix und SEO-Profiler. Im Ergebnis hatten wir zur Nutzung einen vierstelligen Betrag im Jahr ausgegeben, aber richtig implementiert in unser daily business wurden diese Tools nicht. Es gab einige Sprints, bei denen wir ein paar Sachen an unseren Websites veränderten, aber das war es auch schon. Seobility, das SEO-Tool, mit dem wir seit Ende März intensiv arbeiten, entdeckte ich durch Zufall. Ich suchte nach einem OnPage-Tool zum Test unseres Shops, da wir eine kleine technische Änderung vorgenommen hatten. Die ersten Crawlings, bei dem die Software unsere Seite komplett erfasst und nach bestimmten Erfordernissen und Abfragen prüfte, zeigten einigen Handlungsbedarf – ähnlich wie bei unserer Agenturseite später. Und so haben meine Jungs dann die SEO-Maßnahmen für den Online-Shop realisiert. Lest euch einfach mal den Beitrag durch, was technisch und inhaltlich alles angefasst und verändert wurde. Dann erhaltet ihr einen detaillierten Überblick.

Um mal ein Gefühl zu bekommen, wie wir vorgehen: Wir rufen Seobility auf, entweder die Oberkategorie Meta & Technik, Struktur oder Inhalt. Dann erhalten wir eine Liste mit den Auffälligkeiten aus dem letzten Crawling sowie den Veränderungen, die seit dem letzten Crawling eingetreten ist. Hier seht ihr einmal eine Liste, wie das ausschaut (allerdings nicht unser Projekt, sondern einer Fremdseite, die wir beispielhaft crawlen ließen, da bei uns nahezu alle Fehler beseitigt und Hinweise realisiert wurden):

Meta & Technik Liste Seobility

Mit Klick auf „Zur Liste“ bekommt man genaue Informationen, was auffällig und zu tun ist. Und man legt los. Nach dem allerersten Crawling wirkt es nach einer echten Sysiphos-Arbeit. Allerdings lassen sich bereits technisch viele Probleme beheben. Es kann also sein, dass ein Entwickler innerhalb von 10 Minuten Hunderte Fehler einer Position mit einer Handlung korrigieren kann. Es läuft ein bisschen tatsächlich nach dem Pareto-Prinzip: 80 Prozent der Fehler lassen sich mit 20 Prozent Zeiteinsatz beheben. Für die fehlenden 20 Prozent benötigt man die restlichen 80 Prozent der verfügbaren Zeit – so jedenfalls mein Gefühl. Die letzten Prozentpunkte sind dann echt zäh zu erreichen.

Hier sei in aller Kürze aufgelistet, welche Fehler, die mir Seobility ausgab, beseitigt sowie welche Handlungsempfehlungen vollzogen wurden. Dazu gehörten vor allem:

  • Verbesserung der Seitentitel sowie Hauptüberschriften
  • Fehlende oder inhaltlich irreführende Meta-Descriptions korrigiert
  • Schlagworte in Seitentiteln mit den Überschriften und Inhalten vereinheitlicht
  • Überschriften (H1, H2, H3, H4) strukturiert aufgebaut
  • Unnötige Überschriften entfernt, die strukturell gar keine Überschriften waren
  • Fett gezeichnete Textblöcke neu ausgezeichnete
  • Meta-Informationen zu den Bildern festgelegt
  • Rechtschreibfehler und Tippfehler korrigiert
  • Ausgehende Links, die bereits auf 404-Seiten führten, korrigiert
  • Unnötige Weiterleitungen entfernt bzw. direkt richtig verlinkt

Da wir im Agenturblog bereits knapp 300 Beiträge haben, erstaunte es mich, wie im Laufe der Jahre viele Linkziele zu anderen Seiten auf 404-Fehler führten und von außen eingebettete Bilder nicht mehr verfügbar waren. Tatsächlich wurde dieser OnPage-Sprint zu einem Werkzeug der Qualitätssicherung. Technisch gesehen ist der Code wieder ganz dicht an moderne Webstandards herangerückt mit einem validen Aufbau. Dadurch sind die vorhandenen Inhalte deutlich leichter von Suchmaschinen erfassbar und in der thematischen Gewichtung zuordenbar. Inhaltlich wurde jede Seite geprüft und in Teilen neu strukturiert, fehlende Meta-Angaben ergänzt und Artikel zu inaktuellen Themen wurden entfernt, weil sie für Besucher wenig informativen Wert haben. In Summe wurden ca. 30 Beiträge offline genommen.

Welche SEO-Learnings konnten wir dabei mitnehmen?

Suchmaschinenoptimierung einer Website besteht nicht nur in der OnPage-Optimierung, wie in diesem Fall. Dazu gehören auch einige OffPage-Optimierungen, wie der Aufbau von Links von anderen Websites auf die eigene. Dazu zählen aber auch Performance-Optimierungen, d. h., die Sicherstellung, dass die Website sowohl systemseitig als auch vom Server her rattenschnell ausgegeben wird. Wir nutzen da als Tool zur Bewertung GTmetrix. Früher nutzten wir dazu auch Google PageSpeed, allerdings ist GTmetrix umfangreicher und bietet zudem ergänzende Handlungsempfehlungen. Weiterhin zählt zur Suchmaschinenoptimierung bzw. zu den wichtigen Rankingfaktoren, dass die Website für mobile Auflösungen (Smartphone/Tablet) optimiert und ebenfalls vertrauenswürdig ist. Vertrauenswürdig heißt, dass diese über ein SSL-Zertifikat verschlüsselt ist, dass immer etwas Bewegung auf der Seite stattfindet durch neue Inhalte und dass die Softwareversionen sowohl serverseitig als auch vom CMS her nicht veraltet sind. Wenn dann noch Bewertungen von Facebook, Google oder bestimmten Bewertungsportalen mit der Website verknüpft sind, stehen die Chancen nicht allzu schlecht, weiter oben in der Google-Trefferliste zu landen. Bei lokalen Suchanfragen ist es dann sogar noch einfacher, weil der Wettbewerb nur regional erfolgt und die Mitbewerber, nun ja, oft so sind, wie sie halt sind.

Zwei wichtige Learnings möchte ich aus unseren SEO-Maßnahmen in jedem Fall mitnehmen und allen Websitebetreibern nahelegen:

  1. OnPage-Optimierung und die Messung der OnPage-Qualität über Tools wie Seobility sollten bei einem Launch oder Relaunch unter dem Punkt Qualitätssicherung (Qualitätsmanagement & Testing) im Workflow fest implementiert sein. Von jeher achten wir darauf, dass Kundenprojekte mit einer äußerst guten Performance übergeben werden. Dass unsere Entwickler nach modernen Webstandards programmieren, versteht sich von selbst. Dennoch programmieren Menschen und keine Maschinen. Und nicht jeder, der Inhalte redaktionell in die Website einpflegt, ist auch ausgewiesener SEO-Experte. Wir waren selbst überrascht über das mittelmäßige Ergebnis nach dem ersten Crawling bei unserem Shop und bei unserer Agenturseite. Als Learning nehmen wir mit, dass sowohl bei unseren eigenen als auch bei unseren Kundenprojekten ein Check über Seobility erfolgt, um einen sehr gute OnPage-Qualität vor Onlinestellung garantieren zu können.
  2. SEO ist ein ständiger Prozess. Google verändert und erweitert seine Rankingfaktoren. Websitebetreiber müssen nachjustieren. Es ist gut und sinnvoll, wenn eine regelmäßige Überwachung der eigenen Website erfolgt – von innen wie von außen. Beispielsweise crawlt Seobility jede Woche automatisch die Website und meldet uns via E-Mail die Ergebnisse und Rankingveränderungen. So wird sichergestellt, dass einerseits durch neue Inhalte oder Websiteänderungen nach wie vor alles in Ordnung ist und andererseits auch alles gemäß aktueller Anforderungen durch Google erfüllt wird auf der Website. Denn uns ist klar, hinsichtlich SEO gab es sehr vieles, was wir bisher nicht wussten. Und vermutlich gibt es noch viel mehr, was wir wissen sollten. Da ist es sinnvoll, wenn so ein SEO-Tool wie ein externer Berater verstanden wird, der regelmäßig alles technisch und inhaltich auf Herz und Nieren checkt.

Jetzt, da unsere ersten beiden Projekte mit Shop (98 Prozent) und Agenturseite (99 Prozent) erstmal aufgearbeitet sind, ist die regelmäßige Aktualisierung ein Leichtes. Man muss nur erst einmal ran und die Nachlässigkeiten der vergangenen Jahre aufholen. Dann geht es! Und der Effekt kann riesig sein. Unser Shop verzeichnet bereits jetzt mehr als eine 50 Prozent höhere Sichtbarkeit auf Google laut der Google Search Console. Was das in Umsatz ausmachen kann im E-Commerce, lässt sich schnell ausrechnen. Für die Agenturseite bin ich auf die Zahlen gespannt, die wir über Google Analytics und die Search Console in den nächsten Monaten messen werden.

Wir sind in jedem Fall heiß und bleiben auch weiterhin auf die Suchmaschinenoptimierung fokussiert. Damit wir alle Hintergründe und Maßnahmen noch besser verstehen und mit kommenden OffPage-Optimierungen abrunden können, haben wir uns jüngst noch etwas Literatur besorgt. Für uns heißt es also Feuer frei für neue SEO-Erfolge!

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